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Die Geschichte der Gemeinde Dägeling

 

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 Der Wellenberg, heute eine Dorfstraße, bis 1960 die Bundesstraße 5

 

Im Jahre 1427 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung des Ortes  Dägeling  unter dem Namen "Dodelinghe". Es handelt sich bei diesem Namen um Wohnplätze einer Siedlung oder Sippe, die gemeinsam das Land rodeten. Der Name "Dägeling" bedeutet "Siedlung des Dode", wobei Dode wahrscheinlich ein Familien- oder Sippenname ist.

 

Im Jahre 1526 kaufte Ritter Johann Rantzau (1492 - 1565) die Ländereien in Breitenburg und die Dorfgemarkung inklusive der Abgaben vom Kloster Bordesholm. Seit jener Zeit gehörte Dägeling zur Gutsherrschaft Breitenburg. Dägeling war verpflichtet, Hand- und Spanndienste auf dem Gut Breitenburg zu leisten. Daher waren die Einwohner von Dägeling eng mit dem Schicksal der Breitenburg verbunden.

 

Caspar Danckwerth (1605 - 1672) zeigt auf seinen um 1630  entstandenen Karten den Ort Dägeling als einen Gutshof, der am alten Ochsenweg liegt. Riesige Ochsenherden trieb man vom Mittelalter an bis um 1900 auf dem "Ossenpad" zu den Itzehoer- und Wedeler Ochsenmärkten.

 

Davon abgeleitet gibt es in Dägeling die Parzellenbezeichnung "Ochsenkoppel" und "Ochsenkuhle".  Diese Stellen liegen rechts und links der L119 in Höhe der Dägelinger Siedlung. Sie dienten als Viehtränke und Ruhe- bzw. Übernachtungsstelle für Vieh und Viehtreiber.


Von 1201 an (zu der Zeit als Nordelbien) bis 1866 stand das Herzogtum Holstein, und damit auch Dägeling,  fast ausschließlich unter der Herrschaft der Dänischen Könige. In diesem Zeitraum brachte vor allem der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) viel Unruhe in das Dorf. Im September 1627 stürmten die kaiserlichen Truppen Wallensteins die Breitenburg nach 2-wöchiger Belagerung und ermordeten die verbliebene Besatzung, die aus den Bauern der umliegenden Dörfer bestand.

 

Itzehoe wurde auch eingenommen und Krempe ergab sich 1628. Das verwüstete und geplünderte Schloss Breitenburg wurde von 1630 bis 1633 wieder aufgebaut. Am 17. 12. 1643 wurde die Breitenburg dann von den Schweden eingenommen und erneut geplündert. Im "Ersten nordischen Krieg" (1655 - 1660) wurden 1657 die Stadt Itzehoe und der Ort Elmshorn durch Schwedische Truppen niedergebrannt.

 

Dägeling liegt genau am Weg zwischen beiden. Im Jahr 1867 wurden die Herzogtümer Schleswig und Holstein zu der preußischen Provinz Schleswig-Holstein zusammengefasst. Bei Einführung der preußischen Verwaltung gehörte Dägeling immer noch zur Gutsherrschaft Breitenburg.  Von 1890 bis 1938 unterstand Dägeling dann dem Amt Lägerdorf. Ab 1938 bis 1969 gehörte Dägeling zum Amt Neuenbrook.


Seit 1969 gehört Dägeling jetzt zum Amt Krempermarsch mit Sitz in Krempe.

Die Entstehung der Ortsteile von Dägeling:
Der Ortsteil "Dorf"  ist wie schon erwähnt seit 1427 bekannt. Der Ortsteil "Bockwisch" wird 1845 erwähnt mit 2 Hufen und 23 Einwohnern als Halbhufengüter zum Kirchspiel Münsterdorf gehörig. Dägeling "Siedlung" wurde im Wesentlichen nach dem 2. Weltkrieg gebaut. Das "Industriegebiet" entstand um 1990 herum.